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Facebook Graph Search – Gut für Unternehmen, für die Nutzer auch?

9 Juli 2013 Keine Kommentare PDF

Totterturm_Social_Media_NetzwerkKlar: Die alte Facebook-Suche ist eine Katastrophe. Von daher ist die neue Graph Search auf jeden Fall eine Verbesserung – aber ob sie jetzt der große Wurf ist, bezweifle ich. So gilt es schon als Verbesserung, dass gegenüber der im Januar vorgestellten Version auch ähnliche Begriffe gefunden werden können. Eigentlich sollte dies für das weltweit größte soziale Netzwerk ein Standard sein, der nicht weiter erwähnt werden muss. Letztlich ist es aber ein Beleg dafür, wie viel Schwierigkeiten Facebook die Entwicklung der Graph Search bereitet. Zumal die Graph Search derzeit nur für englischsprachige Profile ausgerollt wird.

So stellt sich vor allem die Frage, ob die Suchergebnisse dem Nutzer einen echten Mehrwert liefern. Denn damit wird der Erfolg der Graph Search stehen und fallen. Geben tatsächlich die Profilinformationen der Nutzer, aus denen sich ein Großteil der Suchergebnisse zusammensetzt, ausreichend Material für die Suchergebnisse her? Bei einigen Suchen, etwa nach einem guten Restaurant in einer bestimmten Stadt, mag das hilfreich sein. Wenn ich aber nach weiterführenden Informationen zu einem speziellen Thema, wie „Fliegenfischen an Binnengewässern“ oder „die Entstehung des alten Roms“ suche, eher nicht. Das sind einfach keine klassischen Facebook Such-Ergebnisse. Die Ergebnisse aus der Graph Search werden sich eher auf Produkte und Fanpages konzentrieren.

Zudem erscheint die Suche nach Personen mit bestimmten „Merkmalen“ wie etwa „Skater in Berlin“, die ich dann noch nach Geschlecht oder Schulabschluss sortieren kann, zweckfrei. Im Ernst, das mag am Anfang ganz amüsant sein, aber warum sollte ein Nutzer danach suchen? Wenn ich Skater, Fußballer, Handballer oder wegen mir Strickliesel bin, dann weiß ich, welche meiner Freunde und Bekannte dieses Hobby mit mir teilen und welches die wichtigsten Vereine in der Stadt sind. Das Ganze sieht eher nach einem Traum für Marketingleiter bei der Zielgruppenbestimmung aus.

Und eben da liegt der Knackpunkt der Graph Search. Sie erscheint eher als der Versuch Facebook für Unternehmen attraktiver zu machen, als der Versuch den Nutzern einen Mehrwert zu bieten. Sicherlich, gegenüber der alten Suche ist sie eine echte Steigerung, aber mehr als eine Standardsuche ist sie, wie gesagt, nicht.

Daran zeigt sich dann auch der Unterschied zwischen Facebook und seinem größten Konkurrenten Google. Google entwickelt in erster Linie Produkte und Dienste, die Probleme der Nutzer lösen sollen. Die Nutzer kommen dann von alleine. Und die Unternehmen gehen dahin, wo die Nutzer sind. Zumal es Google immer wieder schafft Marketingmöglichkeiten für Unternehmen einzubauen, die für den Betrachter eher unaufdringlich sind. Bei Facebook hingegen hat man den Eindruck, dass seit dem Börsengang vor allem die Problemlösung für Unternehmen im Vordergrund steht und der Nutzer auf seine Leidensfähigkeit geprüft wird.

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