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Rangliste: Twitter und Google + abgeschlagen? Viralität fängt außerhalb von Facebook an

18 Juni 2013 Ein Kommentar PDF

So sieht sie also aus, die Rangliste der Social Networks. Wenig überraschend: Facebook und YouTube vorne, Twitter und Google Plus in gebührendem Abstand dahinter. War es das für den sinnvollen Einsatz der beiden letztgenannten in der Unternehmenskommunikation? An einigen Stellen war schon zu vernehmen, dass es damit nur zwei Social Networks gäbe, um die Masse zu erreichen. Die Masse ja, aber welche? Für die Zahlenfixierten mag die Aussage stimmen. Wirft man hingegen einen Blick auf die Qualität – im Sinne von Eigenschaft-, dann relativiert sich die Aussage sehr schnell.

Twitter und Google+ sind die Schmelztiegel des Netzes. Ein Großteil der aktiven Nutzer ist über seinen Twitter-Account hinaus in weiteren Netzwerken aktiv.  Oder andersherum formuliert: Wer ein eigenes Blog hat, oder an anderen Stellen im Netz Fotos, Videos oder Texte publiziert, der ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf Twitter und/oder Google+ aktiv. Einige Unternehmen haben das mittlerweile erkannt. Immer wieder fällt das Stichwort Blogger-Relations als Ersatz oder Ergänzung zur klassischen Pressearbeit. Dabei ist der beste Ansatz für eine Bloggerrelation, selber zu bloggen oder zumindest Twitter und Googel+ zu nutzen, um hier mit den relevanten Bloggern in Kontakt zu kommen.

Twitter und G+ funktionieren anders als Facebook

Blogger sind auch nur Menschen und Informationen zu Unternehmen durchaus nicht abgeneigt, wenn sie zu ihrem Thema passen. Allerdings unterscheidet sich der Kontakt mit ihnen wesentlich zu dem, was Unternehmen gemeinhin auf Facebook machen. Auf Facebook agieren Unternehmen häufig noch nach dem alten Muster „Facebook-Fan = Kunde“. Das heißt sie füttern ihn mit Infos und der Kunde darf „gefällt mir“ klicken oder auch ein kurzes Statement dazu abgeben. Wie sehr dieses Denken immer noch verankert  ist, zeigt diese Grafik „Sieben Fantypen und wie man mit ihnen umgeht“. Demnach müssen alte Marketing-Konzepte und Kommunikationsmuster nur geringfügig um ein wenig Interaktivität und Dialog umgebaut werden.

Dass dies immer noch funktioniert, liegt daran, dass auf Facebook überwiegend „Normalnutzer“ aktiv sind, die ebenfalls in den althergebrachten Rollenmustern agieren. Aktive Blogger und Twitterati ticken da anders. Sie sind selber Sender, Meinungsmacher und haben etwas zu sagen. Ganz abgesehen, davon, dass sie – nach ihrem Verständnis – vor den Unternehmen im Netz waren. Für Unternehmen bedeutet das, sie müssen auf Augenhöhe kommunizieren. Vor langer Zeit – ein, zwei Jahre sind in Social Media eine lange Zeit – gab es mal den Vorschlag, dass man vor dem Start eine Social Media Landscape mit den agierenden Personen und wichtigsten Diskussionslinien erstellen sollte. Der Vorschlag hat nichts an seiner Aktualität eingebüßt. Vor allem für Unternehmen, die abseits des weiß-blauen Facebook aktiv werden wollen.

Twitter und G+ sind um Themen organisiert

Anders als in dem Freundesnetzwerk Facebook organisieren sich die Menschen auf Twitter, Google+ und in der Blogosphäre rund um Themen. Für Unternehmen eigentlich ein dankbarer Zugang. Können sie doch direkt mit den Menschen kommunizieren, die ein Interesse an ihren Themen haben. Auf Augenhöhe kommunizieren, heißt in dieser Hinsicht aber auch, die grundlegenden Linien der aktuellen Diskussion zu kennen.  Es geht hier weniger darum, die Meinungsführerschaft zu übernehmen, wie es in alten PR-Konzepten immer mal wieder zu finden ist, sondern an der Diskussion mit guten eigenen Beiträgen teilzunehmen – Zumindest, wenn Bloggerrelation ein Ziel der Social Media Strategie ist.

Und was hat ein Unternehmen nun davon? Wie gesagt, aktive Blogger, Twitterati und Google Plusser verstehen sich als Sender. In dieser Funktion erstellen sie nicht nur eigene Beiträge, sondern greifen auch die Beiträge von anderen auf und verbreiten sie über mehrere soziale Netzwerke hinweg weiter. Diese Neigung ist hier wesentlich stärker ausgeprägt, als bei den „Normalnutzern“ auf Facebook. Die vielgerühmte Viralität von Informationen fängt außerhalb von Facebook an. Mit einer eigenen Facebookseite kommen Unternehmen da nicht weit.

Und weil Twitter gerade für Einsteiger am Anfang schwer zu durchschauen ist, einen kleinen Twitter-Guide findet man hier bei Karrierebibel: Twitter-Guide: Alle Tipps und Tricks zum Microblogging

 

 

1 Kommentar »

  • MitchellNo Gravatar said:

    This is both street smart and inletligent.

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