Vertraut und Verkauft – Warum eigentlich Social Media?

Es scheint die Zeit für Grundsatzdebatten zu sein. Sachar Kriwoj beschwert sich in seinem Blogpost „Don´t call it Social Media“ darüber, dass die Unternehmen Social Media nicht richtig nutzen, weil sie anstatt auf Dialog zu setzen, die althergebrachten Marketingmaßnahmen wie Gewinnspiele und Rabattaktionen einfach Eins zu Eins übersetzen. Nico Lumma antwortet darauf ebenso treffend, dass Social Media viele Facetten hat und alles möglich ist. Gleichzeitig schreibt Martin Oetting darüber, was er davon hält, die Markenwebseite ganz auf Facebook zu verlagern. Die sich daraus entspannende Diskussion hat Klaus-Dieter Knoll auf kadekmedien sehr schön zusammengefasst. Das Ganze hat  mich noch einmal dazu gebracht, darüber nachzudenken, warum Unternehmen auf Social Media aktiv sein sollten? Für mich einfach, weil sich speziell mittelständische Unternehmen Gedanken darüber machen müssen, wo sie ihre Kunden und Interessenten erreichen. Marketingbudgets sind hier in der Regel knapp bemessen und die Unternehmenskommunikation dünn aufgestellt. Folglich bleibt es nicht selten bei der Unternehmens-homepage, einer Imagebroschüre, ein paar Anzeigen und, wenn noch etwas Geld übrig ist, ein wenig Pressearbeit. Inhalte werden so, wenig bis gar nicht transportiert und das Erleben der Marke ist für die Kunden reduziert auf das Verkaufsgespräch am Point of Sales.

Social Media ist Vielfalt

Eine Marke ist aber vor allem ein Versprechen, das Unternehmen mit ihrem Handeln einlösen müssen. Dazu zählt auch die Kommunikation mit den Kunden und Interessenten. Social Media bietet den Unternehmen eben die Chance, durch eine transparente Kommunikation Vertrauen aufzubauen. Und Vertrauen schafft letztlich den erhofften letzten Impuls zur Kaufentscheidung. Facebook, Twitter und Corporate-Blogs sind hierbei Mittel, die man als Unternehmen nutzen sollte, weil sich dort die Masse der Menschen treffen und damit auch die Kunden der Unternehmen. Doch sie sind nicht der einzige erfolgsversprechende Weg. Denn Social Media lässt sich aus dem Grund so schlecht fassen und für Außenstehende erklären, weil Social Media Vielfalt ist, sowohl was die Möglichkeiten und Arten der Umsetzung, als auch der Plattformen, der Netzwerke und nicht zuletzt der Themen betrifft. Schon eine einfache Suche fördert die erstaunlichsten Themen zu Tage. Die Unmengen an Hausbau-Blogs kann man ja noch damit erklären, dass es sich für die Bauherren um ein wichtiges sehr emotionales Thema handelt. Schließlich ist der Hausbau die wohl größte Anschaffung in ihrem Leben. Doch daneben gibt es beispielsweise noch Foren, wie hier und hier, in denen die User eben über Messer und Brot diskutieren. Dinge, die so alltäglich sind, dass die meisten von uns sie sicherlich noch nicht einmal mehr wirklich wahrnehmen. Für die Menschen, die sich hier austauschen, sind sie aber wichtig. Sie sind ihre Leidenschaft.

Reichweite ist nicht alles

Und eben diese Leidenschaft macht sie zu Experten und Botschaftern mit einem riesigen Potential. Social Media ermöglicht es Unternehmen, direkt mit diesen Menschen in Kontakt zu treten. Bislang waren diese Möglichkeiten, bei Lichte betrachtet, gerade für kleine Unternehmen eher beschränkt. Versteht man es jetzt noch, die richtige Ansprache zu finden und zu überzeugen, dann werden diese Messer- und Brötchen-Fans interessante und relevante  Informationen weitergetragen. Denn die meisten Menschen sind mittlerweile nicht mehr nur an einer Stelle im Netz aktiv, sondern bewegen sich in den unterschiedlichsten Netzwerken. Nimmt man in dieser Hinsicht nur einmal Twitter heraus. Mit einer riesigen Reichweite, die immer noch häufig nachgefragt wird, kann Twitter nicht dienen. Aktuell zählen die Webevangelisten 350.000 aktive Twitterarti. Nur, die meisten, die ich kenne, nutzen Twitter ebenso wie ich nicht nur zum Verbreiten von Informationen, sondern auch als schnelles Nachrichtenmedium, über das man Input und neue Informationen erhält. Zudem, schätze ich, dass gefühlte 80 Prozent der User auf Twitter über ein eigenes Blog verfügen, Facebook nutzen und Accounts in diversen Foren haben, über die sie die gesammelten Informationen weitergeben. Die Zahl der User ist von daher nicht alles, sondern auch deren Struktur und Nutzerverhalten ist wichtig. Für Unternehmen bedeutet dies, dass ihre Sichtbarkeit im Netz steigt und sie die Chance haben, unabhängige Expertisen zu erhalten.

Sozial Media ist das, was man daraus macht

Nimmt man nun noch hinzu, dass Social Media viele Facetten in der Umsetzung hat, dann lassen sich auch die unterschiedlichsten Ziele damit erreichen. So wird häufig gesagt, dass Social Media für B2B-Unternehmen nicht interessant sei, weil sie ihre Kunden dort nicht erreichen. Die Ressentiments der B2B-Unternehmen hat das Schwerdtblog schön zusammengefasst. Natürlich sind Xing und LinkedIn als Businessnetzwerke die erste Wahl für B2B-Unternehmen und nicht Twitter oder Facebook. Setzt man darüber hinaus noch auf ein Corporate-Blog, dann ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Vertriebsunterstützung. Denn nicht anders als bei B2C-Unternehmen geht es auch hier um Vertrauen. Businesskunden, wollen ebenso wie Endkunden Sicherheit, den richtigen Partner gefunden zu haben. Ein Unternehmen, das in seinem Blog dokumentiert, wie es arbeitet und was ihm wichtig ist, schafft in dieser Hinsicht ganz andere Einblicke für Interessenten und Geschäftspartner, als dies mit einer auf Hochglanz polierten Imagebroschüre möglich ist. Vor allem aber schafft diese Art offen zu kommunizieren Nähe und Vertrauen. Ganz abgesehen davon, dass man in einem Blog über die Kommentare die Möglichkeit zum Austausch mit Interessenten und Kunden bekommt, was sonst nur im direkten Kontakt möglich ist. Dies ist aber nur ein Beispiel dafür, wie sich Social Media für Unternehmen, seien es B2B- oder B2C-Unternehmen, nutzen lassen. Das Schöne an Social Media ist eben, dass sie sich für viele Ziele von der Mitarbeitergewinnung über die Verkaufsförderung bis hin zum Markenaufbau einsetzen lassen. Zusammenfassend gesagt: Social Media ist das, was man daraus macht.

4 Gedanken zu „Vertraut und Verkauft – Warum eigentlich Social Media?

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