Email: Google baut aus – Facebook stellt ein

Was ist eigentlich mit der Email? Seit Facebook, Twitter und Co. zunehmend auf dem Vormarsch sind, ist die gute alte Mail in wenig in Vergessenheit geraten. Umso interessanter, dass gestern gleich zwei Nachrichten zur Mail in meinem Feed landeten. Und da ging es nicht um irgendeinen der kleineren Dienste, sondern um Facebook und Google. Während Facebook seinen Mail-Dienst aufgrund der geringen Nutzung einstellt, baut Google sein GMail mit neuen Funktionen weiter aus.

Unabhängig von dem Facebook-WhatsApp-Mega-Deal haben diese Nachrichten noch eine andere interessante Ebene. Denn im Prinzip gingen sowohl Facebook als auch Google aus zwei verschiedenen Richtungen auf das gleiche Ziel zu. Während Facebook auf der Basis seiner Nutzer einen Mail-Dienst etablieren wollte, ist bei Google das GMail-Konto gleichbedeutend mit einem Account im hauseigenen sozialen Netzwerk Google+. Was bei Google, wenn auch langsam, zunehmend besser funktioniert, ist nun bei Facebook gescheitert. Die Zahlen von Google+ und GMail lassen sich nur schwer trennen aber zuletzt waren es 1,15 Mrd. Nutzer insgesamt, von denen aber „nur“ 359 Mio. Google+ mindestens einmal im Monat nutzen. Im Vergleich dazu hat Facebook aktuell nach eigenen Angaben 1,23 Mrd. Nutzer, die mindestens einmal im Monat aktiv sind.

Über die Gründe von Facebook lässt sich nun trefflich spekulieren. Mit Sicherheit hat der Zukauf von WhatsApp einen großen Anteil an der Entscheidung. Zumal das 2010 gestartete Facebook-Mail nur halbherzig weiterentwickelt wurde. So bemängelten viele Nutzer das Interface, bei dem unter anderem die Möglichkeit zum CC- oder BCC-Versand von Mails fehlte. In Sachen Benutzerfreundlichkeit hat Google da die Nase ganz klar vorne. Nicht nur dass der Dienst schon jetzt recht zuverlässig zwischen Werbe- und wichtigen Mails unterscheidet und diese sortiert. Aktuell führt Google bei Mails, die als Newsletter erkannt werden, einen Button ein, mit dem sich der Newsletter kündigen lässt. Der Nutzer muss damit nicht mehr extra auf die Seite des Anbieters und den Newsletter kündigen. Das übernimmt Google.

Die hohe Nutzerfreundlichkeit vor allem im Vergleich zu anderen Mail-Anbietern wie GMX oder web.de beschert GMail immer mehr neue Anmeldung. Ob und wie Google+ im Endeffekt davon profitiert, bleibt abzuwarten.

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